Der Red Hand Day am 12.2.2008

 

Ein Aktionstag gegen den Einsatz von Kindersoldaten

 

Die Realschule Rüppurr beteiligte sich in diesem Jahr zum zweiten Mal an diesem weltweiten Aktionstag, an dem gegen die Ausbeutung von Kindersoldaten protestiert wird.
Etwa 300 000 Kindersoldaten sind in den verschiedensten Ländern dieser Erde an kriegerischen Handlungen beteiligt. Meist werden sie von offiziellen Armeen oder Rebellenverbänden zwangsrekrutiert und zum Kämpfen gezwungen. Auf ihre Bedürfnisse wird hierbei keine Rücksicht genommen. Die Ausbildung zum Kindersoldaten/ zur Kindersoldatin erfolgt oft unter enormem psychischem Druck, denn durch Einschüchterungen sollen die Kinder zu absolutem Gehorsam gezwungen werden und gegen Grausamkeiten jeglicher Art abgestumpft werden.
Doch auch körperlich müssen die Kinder in den Armeen hart arbeiten: Sie müssen schwere Lasten über weite Strecken befördern und erhalten nur knappe Nahrungsrationen, denn Essen und sauberes Wasser sind knapp.
Für Kindersoldaten ist das Risiko, verletzt oder getötet zu werden, hoch, denn sie werden an besonders gefährlichen Stellen der Front eingesetzt. Selbst wenn sie überleben, ist es ihnen kaum möglich in ein normales Leben zurückzukehren, da sie häufig in  ihren Familien nicht mehr willkommen sind und schwer an den traumatischen Erlebnissen leiden.

(Quelle: terre des hommes und Aktion Weißes Friedensband)

 

Unsere diesjährige Aktion am 12. Februar:

 

Nachdem die SMV im letzten Jahr versuchte, die Schüler unserer Schule auf das Schicksal der Kindersoldaten aufmerksam zu machen, wollten wir in diesem Jahr auch Schulfremde auf die Missstände hinweisen, die, trotz des Zusatzprotokolls der UN-Kinderrechtskonvention, nach wie vor andauern. In einer Schülerratssitzung wurde beschlossen auf dem Marktplatz einen Informationsstand zu errichten. "Terre des hommes" versorgte uns dabei mit Flyern und Plakaten. Die sechs Schülerinnen und Schüler, die den Stand betreuten, hatten sich gut in den Themenbereich eingearbeitet und sprachen Passanten an, ob sie bereit wären gegen den Einsatz von Kindersoldaten mit einem Handabdruck in Fingerfarbe zu demonstrieren. Sie kamen dabei mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch, erfuhren so manch eigene Geschichte der Passanten und wurden manchmal auch durch Desinteresse und Ablehnung bis hin zu Resignation enttäuscht. Gerade die Vielfältigkeit der Meinungen und Reaktionen, mit denen wir konfrontiert wurden, machte den Vormittag für uns alle interessant. Insgesamt konnten wir 162 Menschen dazu bewegen, ein Zeichen gegen den Einsatz von Kindersoldaten mit ihrem roten Handabdruck zu setzen. Viele schrieben ein kleines Statement dazu. Auch in der Schule werden wir weitere Abdrücke sammeln und sie an die Menschenrechtsorganisation "terre des hommes" weiterleiten. Sie wird im kommenden Jahr 1 Million Handabdrücke als Zeichen des Protests an die Vereinten Nationen in New York übergeben, damit das Schicksal der Kinder nicht in Vergessenheit gerät und sich die Staaten weiterhin für die Umsetzung des Zusatzprotokolls einsetzen.

 

Persönliche Meinungen

 

Ich denke, dieser Tag hat sehr viel gebracht, gerade weil wir dieses Jahr nicht in der Schule geblieben sind, sondern öffentlich auf dem Marktplatz viele Leute aufmerksam gemacht haben, die von diesem Tag noch nichts wussten. Wir konnten sehr vielen von ihnen klarmachen, wie schlimm es ist, dass kleine Kinder im Krieg kämpfen müssen. Man hat gemerkt, dass die Menschen darüber sehr schockiert waren und sich vielleicht zum ersten Mal Gedanken über dieses Thema gemacht haben.
Besonders fiel mir  auf, dass Frauen und Männer, die selbst Kinder dabeihatten, sich sehr für die Kindersoldaten interessierten und sofort bereit waren, ihren Handabdruck zu geben.
Es gab auch etliche, die meinten, das würde sowieso nichts bringen und die ewig mit uns diskutierten. 
Ich muss sagen, mir hat dieser Tag auch sehr viel gebracht, da ich mich erst da richtig mit dem Thema auseinandergesetzt habe und erkannt habe, dass man etwas tun muss, auch wenn es nicht so einfach geht, da nicht so viele mitmachen. Man muss anfangen ein Zeichen zu setzen, so wie wir das seit dem letzten Jahr tun.  Ich denke, dass es nicht sehr schnell gehen wird, aber irgendwann ändert sich was, denn auch 1000 Meilen beginnen mit einem ersten Schritt und diesen ersten Schritt hat unsere Schule und viele andere gemacht. Wir werden weitermachen.

Joanna Rohrer, Klasse 9b

 

Der Red Hand Day war ein voller Erfolg für die SMV. Wir konnten viele rote Hände sammeln und die Leute über Kindersoldaten aufklären. Die meisten Leute hat es sehr betroffen gemacht und sie haben sich für unser Thema interessiert.Doch es war erschreckend zu sehen, was manche Menschen dazu meinten, wie ihnen das Schicksal der Kinder egal war.
Jedoch fand ich, dass die SMV gut zusammengearbeitet hat und sich getraut hat, Leute anzusprechen. Wenn es wieder mal so eine Aktion gibt, werde ich sofort dabei sein.

Luis Beyer, Klasse 9a

 

Die SMV

Sabine Baumgärtner

 

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