Centenaire – 4000 jeunes pour VERDUN

 

1916 war ein verheerendes Jahr. 300 Tage lang dauerte die Schlacht um Verdun, bei der letztendlich die Front nur um ein paar Meter verschoben wurde, aber über 300 000 Soldaten ihr Leben lassen mussten. Um diesen Männern zu gedenken und die deutsch-französische Freundschaft von heute zu feiern, wurden 4000 Jugendliche aus beiden Ländern eingeladen, an dieser Zeremonie Ende Mai mitzuwirken. 10 Schülerinnen (Hannah, Lea, Evelyn, Mariette, Miriam, Anna) und Schüler (Nils, Luis, Benjamin, John) fuhren also mit Frau Schestak zu dieser Begegnung:

Do, 26.5.2016 (Fronleichnam, in den Pfingstferien)- Montag, 30.5.2016

Gemeinsam mit der Ernst-Reuter-Schule aus KA wurden wir mit dem Bus abgeholt und machten uns auf den Weg nach Verdun. Wir wohnten in großen Zelten, die klassenweise unterteilt waren und unser französisches Tandem aus Nantes wohnte direkt gegenüber.

Das Programm bestand aus einer Mischung von animierten, vom OFAJ (dt-frz Jugendwerk) organisierten Workshops (von denen wir uns noch mehr gewünscht hätten), den Proben für die Zeremonie am Sonntag und abendlichen gemeinsamen Aktivitäten, wie der Film „Apocalypse – Verdun“, die Show „des flammes-à la lumière“ und Disco, die für gute Stimmung sorgte.

Am Freitag analysierten die Schüler in gemischten Gruppen (frz.-dt) Briefe von den „poilus“, den bärtigen Soldaten an der Front, verglichen die Ausdrücke, Gefühle  usw. und stellten Textausschnitte im Standbild nach. Alle arbeiteten sehr konzentriert und interessiert am Thema. Zwischendurch kamen Reporter vorbei, auch der Erziehungsminister ging von Zelt zu Zelt. Abschließend wurden noch Plakate zur dt-frz. Freundschaft erstellt, die Zeit ist viel zu schnell vergangen, gerne hätten die Schüler noch weitergearbeitet. Aber bei 2000 Leuten im Camp muss man sich streng an die Essenszeiten halten, die vorgegeben sind.

Um zu den Proben nach Douaumont zu kommen, mussten alle auf die 34 Busse verteilt werden, die dann im Konvoi hintereinander herfuhren. Dies war mit langen Wartezeiten verbunden, welche die Schüler jedoch kreativ und einigermaßen gut gelaunt überbrückten.

Das Wetter spielte in diesen Tagen leider nicht immer mit, es war sehr wechselhaft und oft regnerisch und dieser Umstand war im Vorfeld nicht ausreichend bedacht worden, was aber die Lehrer mehr aufregte als die Schüler.

Der Sonntag war dann ganz auf den Staatsakt ausgerichtet, wir mussten schon früh los, damit die 87 Busse (zu den 2000 Jugendlichen aus dem Camp kamen noch die 1600 aus der Umgebung) wieder weg waren, wenn Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Hollande eintreffen. Die Anspannung stieg und Volker Schlöndorff (der die Zeremonie inszeniert hat), kam persönlich im Zelt vorbei, um zu uns zu sprechen.

Endlich war es soweit, wir standen bereit am Gräberfeld, Nervosität machte sich breit, Gänsehaut. 

Dann die Trommeln, wir rannten los – symbolisch zu den Fronten vor 100 Jahren, als sich Franzosen und Deutsche gegenüberstanden, nur dieses Mal waren wir gemischt. Und der Tod, der uns „erschoss“, triumphiert nicht, wir standen wieder auf. Es war ergreifend, auch als die beiden Nationalhymnen gespielt wurden.

Angela Merkel, François Hollande und Ursula Von der Leyen sahen wir von Weitem. Ihre Reden hielten sie allerdings mit dem Rücken zu uns, und die Lautsprecher waren falsch eingestellt, das war sehr schade. 

Auch wenn nicht alles in diesen Tagen optimal verlief, das Bewusstsein, an diesem symbolischen Akt beteiligt gewesen zu sein, entschädigte für vieles.

Am Montag frühstückten wir ein letztes Mal mit den Franzosen zusammen, dann verabschiedeten wir uns. Es war eine wirklich sehr sympathische Gruppe, wir hatten viel Spaß miteinander.

Auf der Heimfahrt ergatterten wir am Rasthof eine frz. Zeitung, in der ein Bild von uns war!

Fazit: Tolle Schüler, haben es super mitgemacht, an berechtigten Stellen gemotzt, aber nicht sehr!

Ein kurzes Feedback zwei Tage später ergab, dass die positiven Erlebnisse überwogen und die unangenehmen Begleitumstände irgendwann einfach akzeptiert und hingenommen wurden.

Vergessen werden wir alle diese Tage jedenfalls nicht so schnell.

Und stolz, dabei gewesen zu sein, sind wir irgendwie auch!